Bahnhof Friedrichstraße mit Tränenpalast Berlin

Wo Vergangenheit lebendig bleibt – der Bahnhof Friedrichstraße und der Tränenpalast

 

Südlich der Spree, zwischen Friedrichstraße und Fluss und etwa auf halber Strecke zwischen Reichstagsgebäude und Pergamonmuseum, steht der Bahnhof Friedrichstraße mit dem berühmten Tränenpalast. Besucher befinden sich hier auf dem historischen Gebiet Berlin-Mitte, das einst komplett auf DDR-Boden lag.

In den über 140 Jahren, die der Bahnhof besteht, hat er eine wechselvolle Zeit erlebt. 1878 wurde mit dem Bau begonnen, 1882 wurde er für Vorortbahn (später S-Bahn) und Fernzüge eröffnet. Schon bald reichten die Kapazitäten nicht mehr aus, 1914 wurde er abgerissen und ein größerer Neubau errichtet. Auch kam 1923 eine U-Bahn-Station dazu. Während des Nationalsozialismus wurde der Bahnhof zu einem wichtigen Halte- und Umsteigepunkt, doch gab es gegen Kriegsende auch einige Zerstörungen.

Der Mauerbau 1961 war der Beginn der Abschottung. Der Bahnhof wurde eine bedeutende Übergangsstation von West nach Ost und umgekehrt. Berlinbürger beider Seiten, Westdeutsche und weitere Ausländer, aber auch Diplomaten und Staatssicherheitsbeamte wurden hier auf teilweise unterschiedlichen Wegen durchgeschleust. Das Menschenaufkommen war hoch, die Wartezeiten teilweise lang. Da die Schalter im Inneren bald nicht mehr ausreichten, wurde 1962 der rasch als Tränenpalast bezeichnete Neubau vor dem Bahnhof errichtet. Hier fanden Pass- und Zollkontrollen statt. Der Name entstand, weil Ost- und Westdeutsche an diesem Ort oft tränenreich voneinander Abschied nehmen mussten. Heute ist der Bahnhof Friedrichstraße wieder ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt.

 

 

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