Gropiusstadt

Gropiusstadt Berlin – wo Christiane F. aus „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ lebte

 

Vier Jahrzehnte sind vergangen, seit Christiane F. wenig Schmeichelhaftes über die Gropiusstadt im Bezirk Neukölln zu berichten hatte. Heute leben vorzugsweise Rentner und junge Familien in der Hochhaussiedlung. Diese wurde Anfang der 1960er Jahre als Sozialunterkunft von Walter Gropius errichtet, dem Begründer des Bauhauses. Dieser hatte ursprünglich eine luftigere Anordnung der Gebäude und großzügig bemessene Grünflächen vorgesehen. Durch den Mauerbau und das Entstehen der innerdeutschen Grenze fehlte aber schlagartige jeder Raum zur Ausdehnung an der Grenze zu Brandenburg, weshalb eine deutlich dichtere Bebauung realisiert werden musste.

Die Gropiusstadt weist eine wechselvolle Geschichte auf, von der hippen Wohnsiedlung über Verhältnisse wie in einem Slum und wieder zurück zum ansprechenden Szenestadtteil mit reichlich Wohnqualität.

Nach der Fertigstellung anfangs ein Wohnviertel mit viel Lebensqualität, schlug die Stimmung in den 1970er Jahren um. Grund dafür war der extrem hohe Anteil von Sozialwohnungen, der mit mehr als 90 % bundesweit einzigartig war. Die Trabantenstadt entwickelte sich zum sozialen Brennpunkt, mit Problemen, die eindringlich bildhaft im Roman Wir Kinder vom Bahnhof Zoo beschrieben werden. Mit dem Mauerfall standen Wohnungssuchenden schlagartig Alternativen außerhalb Berlins zur Auswahl. Nachdem die Bindung als Sozialwohnung mit Berechtigungsschein entfiel und Wohnungen an Privatinstoren verkauft wurden, hat sich die Gropiusstadt zu einem attraktiven Wohnviertel zurückentwickelt.

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